Deutsche Meisterschaft – Ramona Dandl im B-Nationalkader

Saisonziel erreicht! Ramona Dandl von der Soli Bruckmühl wurde mit 163,89 ausgefahrenen von 188,80 aufgestellten Punkten DM-sechste und qualifizierte sich für den B-Nationalkader 2020. Aber „die Deutsche hat ihre eigenen Gesetze“ so ist es aus allen Ecken zu hören, und auch das Credo von Trainer Michael Niedermeier, der es viele Jahre so selbst erlebte.

Foto: Torben Staudenmeier

Das Vorrundenergebnis der DM war ihr schwächstes Saisonergebnis, wie bei fast allen Sportlerinnen an der Spitze der diesjährigen nationalen Kunstradelite. Und doch hat die Vagnerin die Qualifikation für einen der sechs deutschen B-Nationalkaderplätze erreicht, wenn auch nur mit 2,24 Punkten Vorsprung vor der 3-fachen Junioren Europameisterin und zwei Jahre älteren Lena Günter aus dem baden-württembergischen Nufringen, auch ein Verein der schon Europa- und Weltmeister hervorbrachte.

Der B-Nationalkaderstatus garantiert bei den German Masters einen Start im 2. Durchgang (Zwischenrunde oder Finale), für die ansonsten nur die drei Erstplatzierten der Vorrunde (1. Durchgang berechtigt sind. Das ist wichtig für den Kampf um die zwei deutschen WM-Tickets. Zum anderen fahren die jeweils sechs B-Nationalkadersportler im Rahmen des Deutschlandpokals die Quali um die jeweils zwei Deutschen EM-Tickets (Elite) in zwei Runden nach einem K.O.-System aus. Ein bisschen ist Ramona also damit ihrem Wunsch, einmal auf einer WM zu starten, nähergekommen.

oto: Torben Staudenmeier

„Ca. 70 % der Ergebnisse im Kunstradspitzensport sind Kopfsache“, so zweifacher Weltmeister und Trainer Michael Niedermeier von der Soli Bruckmühl. Für eines der zwei deutschen WM-Ticket braucht es konstant Spitzenergebnisse über die gesamte Elitesaison, die ca. 3 Monate dauert, so eine weitere Tatsache. Und die Dritte immer wieder geäußerte Erkenntnis von Spitzensportlern, man kann die Topform nicht über die ganze Saison halten. Vielmehr folgt die Form eines Sportlers einer Wellenbewegung, wo es drauf ankommt, das der Sportler seine Topform bei den entscheidenden Wettbewerben erreicht. Er sollte die Form also einigermaßen steuern können und sich mental an den Tiefpunkten der Formwelle nicht verrückt machen lassen.

Foto: Torben Staudenmeier

Und was hat das alles mit den „eigenen Gesetzen der Deutschen“ zu tun? Die Deutsche Meisterin 2019 im einer Kunstradsport der Frauen, Milena Slupina aus Roth bei Nürnberg (Vorrunde 172,89 Punkte, Finale 186,90 von 198,90 Punkten) und die Deutsche Vizemeisterin Viola Brand aus Wendlingen (Vorrunde 174,35, Finale 183,0 vom 198,20 Punkten) scheinen die oben beschrieben Mechanismen gut zu beherrschen, die mit Maren Haase aus Rösrath (NRW) ein eigene Klasse im deutschen B-Nationalkader bilden. Zum einen sind 5 bis 7 Jahre älter als Ramona und damit auch in Ihrer Persönlichkeit reifer und Willensstärker, was sich insbesondere in kritischen Situationen und nicht optimalen Bedingungen zeigt. Zum anderen fahren sie ein sehr ähnliches Programm schon seit vielen Jahren und haben damit einen höheren Grad an Routine und Perfektion erreicht, was sich in der Ergebniskonstanz mit Quoten über 90 % ausdrückt. Zum Anderen können Sie offenbar willentlich gut priorisieren. Und da gehört die Deutschen Meisterschaft zu den Formtiefpunkten, wenn man sich bereits vorzeitig auf dem zweiten oder dritten German Masters zur WM qualifiziert hat und Weltmeisterin werden will. Dass die beiden dies auf die Vorrunde der Deutschen beschränken können ist auch Ausdruck ihrer Klasse.

Die zweite Leistungsgruppe im künftigen Nationalkader bilden neben Ramona Dandl, Mattea Eckstein und Lara Füller(DM-Bronzemedaillengewinnerin mit 165,90 Punkten), beiden ein Jahr älter und aus Baden-Württemberg. Sie kennen sich aus der Schüler und Juniorenzeit gut und liegen im diesjährigen Saisondurchschnitt nur ca. 2,5 Punkte auseinander. Auch in ihrem Leistungspotential und ihrem Übungsrepertoir ähneln sie sich sehr. Im Vergleich zu der oben genannten Gruppe mit der Deutschen Meisterin liegen sie im Saisondurchschnitt aber noch ca. 10-15 Punkte darunter.

Es wird also spannend bleiben und man wird sehen, wer sich in den nächsten Jahren -insbesondere mental – am schnellsten und stärksten weitereinwickeln wird.

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