Spitzensportlerin Ramona Dandl mit Studienpreis geehrt

Preisvergabe der Jürgen-Manchot-Stiftung an der TU München an Kunstradsportlerin aus Vagen

Feldkirchen-Westerham – Ramona Dandl aus Vagen, Weltmeisterin im Einer-Kunstradsport 2023 und derzeit Führende im UCI-Weltcup, wurde kürzlich mit dem Studienpreis der Jürgen-Manchot-Stiftung ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand an der Technischen Universität München (TUM), School of Natural Science, am Campus Garching statt.

Die 24-jährige Ausnahmesportlerin hatte im Juni 2024 ihr Masterstudium in Biochemie mit Auszeichnung abgeschlossen. Für ihre herausragenden studentischen und wissenschaftlichen Leistungen erhielt sie nun einen von zwei begehrten Studienpreisen der Stiftung im Fachbereich Biochemie, die jährlich an besonders talentierten wissenschaftlichen Nachwuchs mit guten Abschlüssen vergeben wird.

Seit September 2024 forscht Ramona Dandl als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team von Professor Dr. Johannes Buchner an der TU München. Ihr Fokus liegt auf dem besseren Verständnis biochemischer Mechanismen bei der Proteinfaltung – ein Thema mit hoher Relevanz für die
medizinische Forschung.

In seiner Laudatio würdigte Professor Buchner nicht nur Ramona Dandls hervorragende Studienleistungen und ihre prämierte Masterarbeit, sondern auch ihre Fähigkeit, wissenschaftliches Arbeiten mit Spitzensport zu vereinen.

Besonders stellte er ihre Entdeckung eines bislang wenig beachteten Proteins in Hefezellen heraus. Dieses ist an der Regulierung des Sauerstoffstoffwechsels beteiligt und zeigte interessante Interaktionen mit dem Chaperon System – eine Gruppe an Proteinen, die anderen Proteinen bei der Faltung hilft. Ein Forschungsansatz, den sie nun im Rahmen ihrer Promotion weiterverfolgt.

„Ramona Dandl ist ein außergewöhnliches Beispiel für Selbstorganisation, Ausdauer und Zielstrebigkeit“, betonte Professor Buchner. Während viele Studierende in der Endphase der Masterarbeit an ihre Belastungsgrenzen stoßen, meisterte Ramona gleichzeitig intensive Trainingseinheiten, Kaderlehrgänge und Wettkämpfe – und wurde nebenbei Weltmeisterin.

Auch am Tag der Preisverleihung demonstrierte sie eindrucksvoll ihren Spagat zwischen Wissenschaft und Leistungssport: Nach einem kurzen Besuch der Festveranstaltung inklusive Gruppenfoto mit Eltern und Freund, wechselte sie direkt in die Sportkleidung und machte sich auf den Weg zum rund 400 Kilometer entfernten Bundeskadertraining in Tauberbischofsheim.

Dort stand am Samstag ein intensiver Trainingstag an, bevor sie am Sonntag bei der Bayerischen Meisterschaft im Kunstradsport in Oberschleißheim an den Start ging und den dritten Platz belegte – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Qualifikation für die Hallenrad-Weltmeisterschaft im November 2025 in Göppingen. Schon am darauffolgenden Montag hieß es für Ramona Dandl wieder: zurück ins Labor -zu den Proteinen.

Der Artikel erschien am 04.08.2025 im OVB.

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